die Tierfreunde e.V.
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Die Bio-Lüge

Werbung für Bio-Tierprodukte suggeriert, Bio-Tieren gehe es viel besser als den konventionell gehaltenen Schweinen, Hühnern oder Kühen. Bioverbände behaupten darüber hinaus, es besonders gut zu machen und die EG-Bio-Richtlinien zu übertreffen. Doch was ist dran an diesem Werbebild? Die Vorstellung von der Bio-Idylle zerbricht beim Blick hinter die Kulissen.

Die Öko-Statistik

In Deutschland leben zurzeit ca. 13 Millionen Rinder, 27 Millionen Schweine, 97 Millionen Masthühner und 48 Millionen Legehennen. Trotz anhaltendem "Öko-Boom" ist der Anteil der "Nutztiere" in ökologischer Haltung nur verschwindend gering. So sind lediglich 3,6% der deutschen Milchkühe, 0,6 % aller Mastschweine und 0,9 % der Masthühner "Öko-Tiere", bei Legehennen liegt der Öko-Anteil bei 9,8 % (Quelle: AMI, 2016).  Trotz der höheren Marktpreise für Bioprodukte erwirtschafteten deutsche Bio-Tierhalter*innen mit ihren Bioprodukten im Jahr 2015 nur einen Anteil von 3,2 % der gesamten Gewinne aus „tierischen Erzeugnissen“.

Die Öko-Illusion

Die meisten Menschen wissen inzwischen, dass die Tiere in der konventionellen "Nutztierhaltung" allesamt ein nicht artgerechtes, furchtbares Leben führen. Auch ihr Tod nach stunden- oder tagelangen Tiertransporten in einem der vielen Schlachthöfe dieser Welt ist grausam. Als Alternative für tierfreundliche Verbraucher*innen gaukelt Öko bewusst eine heile Nutztierwelt vor, wo keine ist. Dabei unterscheiden sich die Lebensbedingungen der Bio-Tiere nicht wesentlich von denen in der konventionellen Tierhaltung. Ihr "Plus" sind nur einige Zentimeter mehr Platz.

Auch in den allermeisten Biobetrieben können Schweine ihr Bedürfnis nach Wühlen, Spielen oder Bewegung nicht ausleben. Ein 100 kg schweres "Mastschwein" hat statt 0,75 qm (konventionelle Haltung) Anspruch auf 2,3 qm Platz, inklusive Auslauf. Dieser Freilauf besteht jedoch meist aus überdachtem Spaltenboden und hat nichts mit einer grünen Wiese zu tun. Sogar die Fixierung von Zuchtsauen in Abferkelgittern ist nicht ausgeschlossen.

Typischerweise drängen sich zwischen 2.000 und 3.000 Hennen zum Dauereierlegen in einem Bioland-Stall. Sechs Hühner pro Quadratmeter sind erlaubt. Die Enge und der soziale Stress sorgen dafür, dass sich die Tiere gegenseitig kahl picken. Auch Biohennen müssen fast täglich ein Ei legen. Schmerzhafte eitrige Kloaken und Entzündungen sind die Folge. Die Zucht und die Lebensbedingungen führen dazu, dass viele Tiere nicht einmal die Legeperiode überleben. Die restlichen Tiere werden getötet, sobald sie unrentabel sind. Auch in der Bio-Eierindustrie werden die männlichen Küken größtenteils direkt nach dem Schlüpfen getötet, da sie ökonomisch wertlos sind.

Kühe in stark verkoteten Laufgängen und Kälber, die nach der Geburt von ihren Müttern getrennt und dann einzeln in sogenannten Kälberiglus gehalten werden, sind gängige Praxis auch in Bio-Betrieben.

Die EG - Ökorichtlinien

Die EG-Ökorichtlinien räumen letzte Vorstellungen einer "artgerechten Tierhaltung" aus. Laut EG-Recht (siehe vor allem Anhang III) steht z.B. einem "Öko-Kälbchen" bis 100 kg Gewicht ein "Lebensraum" von insgesamt 2,6 qm zu; diesen Lebensraum hat es für sich ganz allein, denn auch "Öko" lässt zu, dass Kälber schon in den ersten Lebenstagen von ihren Müttern getrennt und isoliert z.B. in so genannten Kälber-Iglus aufgezogen werden. "Öko" - Milchkühe führen ihr "glückliches Leben" auf sage und schreibe 10,5 qm. Eine Sau und ihre durchschnittlich 12 Ferkel auf 10 qm "Lebensraum" erfüllen ebenso die Öko-Richtlinie. Weder Kälbern noch Ferkeln noch Masttieren wird nach den Öko-Richtlinien Freilauf "auf der grünen Wiese" zugestanden. Ihre "Privilegien" als Öko-Tiere: ein Blick nach draußen, Wasser und ein bisschen Stroh.

Die Bio-Anbauverbände

Die Bio-Anbauverbände (Bioland, Demeter, Naturland und Co) werben damit, noch viel strengere Kriterien anzulegen als die EU-Bio-Richtlinie. Dabei geht es auch hier nur um lächerliche Veränderungen. Systematisch ausgeblendet werden Schlachtung, Zwangsschwängerung, Trennung von Mutter und Kind, Verzüchtung, Freiheitsentzug und permanentes Ausgeliefertsein. Fühlende Wesen werden zwangsläufig zu nichts weiter als Waren für menschliche Märkte degradiert – ob demeter, bio oder konventionell. Die Suche nach dem Ausnahmebetrieb, bei dem man in einer Momentaufnahme vermeintlich glückliche Tiere sieht, dient der Beruhigung des Gewissens. (... mehr Details zu den Bio-Anbauverbänden)

Massentierhaltung auch bei "Bio" und "Öko"

Hohe Bestandszahlen, um wirtschaftlich "produzieren" zu können, sind für Landwirt*innen unerlässlich. Das gilt auch für Bio-Betriebe. Allermeistens handelt es sich um keine idyllischen Bauernhöfe mit ein paar glücklichen Tieren, sondern auch hier findet sich die gleiche Massentierhaltung mit Hunderten, Tausenden und Zehntausenden Tieren. Der Verein "Neuland" zum Beispiel hat sich unter Leitung des "Deutschen Tierschutzbundes" die "artgerechte Tierhaltung" auf die Fahnen geschrieben. In Neuland-Betrieben ist die Tierzahl begrenzt auf "überschaubare" 10.000 (!) Legehennen, 14.400 Masthühner, 5.100 Puten und 2000 Gänse 950 Mastschweine oder 500 Mastschweine plus zugehörige Zuchtsauen, 150 Zuchtsauen bei Ferkelerzeugern - also "Massentierhaltung" mit dem Gütesiegel des Deutschen Tierschutzbundes.

Das Ende: "Humanes Schlachten"

"Öko"- und "Bio"- Tiere erleiden kein anderes Ende als andere Tiere: nach einer Betäubung mittels Strom, Gas oder Bolzenschuss wird den lebenden Tieren vom Schlachter der Hals aufgeschnitten, sie sterben durch Ausbluten, was einige Minuten dauert. Viele Schlachttiere erleben aufgrund mangelhafter Betäubung ihren Tod bei mehr oder weniger vollem Bewusstsein. Schlachten und töten kann niemals "human" sein.(... mehr Details zur Schlachtung)

"Tierschutz" und die "artgerechte Nutztierhaltung"

Tierschützer*innen engagieren sich für Tiere mit dem erklärten Ziel, Leid und Tod von Hunden, Katzen, Kaninchen und anderen Haustieren abzuwenden. Doch wenn es um "Nutztiere" geht, geht es nicht mehr um die Abwendung von Leid und Tod, sondern nur noch um "weniger Leiden" im kurzen Nutztierleben. Eine Gleichbehandlung von Haus- und Nutztieren *onsequenz, dass vor allem doch Tierschützer*innen sich stark machen müssten für eine drastische Verringerung des Konsums tierischer Produkte, da nur so das Leiden und Sterben der "Nutztiere" verhindert werden kann. Doch statt eines Verzichtes auf tierische Produkte, anstelle von Vegetarismus- und Veganismuskampagnen propagieren die meisten "Tierschutzorganisationen" massiv "Bio"- und "Öko"- Fleisch, Mich und Eier und unterstützen kräftig, was sie doch eigentlich bekämpfen sollten: Leid und Tod von Tieren.

Staatliche Öko-Werbung

Die Landwirtschaftsministerien des Bundes und der Länder machen sich stark für "Bio" und "Öko". Schon Kindern wird im Kindergarten und in der Schule erklärt, dass "Bio" und "Öko" gut und gesund ist, für Tiere und Menschen. Bilder glücklicher Schweine, friedlich grasender Kühe und freilaufender Hühner, die gratis Bio-Milch in Schulen, und andere Werbestrategien sollen auch den letzten Zweifler überzeugen, weiterhin zu tierischen Produkten zu greifen.

Die Zukunft des "Tierschutzes" in der Nutztierhaltung

Wir haben zwar ein - wenn es konsequent und auch auf "Nutztiere" angewendet werden würde - gutes Tierschutzgesetz und der Tierschutz hat Verfassungsrang. Die Umsetzung des Staatsziels Tierschutz scheitert aber in allen Bereichen der Nutztierhaltung an heftigen Widerständen der Agrarlobby. Das Verbot der Käfighaltung von Legehennen nach jahrelangen Protesten von Tierschützer*innen wurde gefeiert und bejubelt. Dabei verstößt auch die nun am weitesten verbreitete Bodenhaltung gegen das Tierschutzgesetz. Ganz abgesehen von den sogenannten ausgestalteten Käfigen, deren Verwendung noch bis 2025 erlaubt ist. Auch gibt es keine verbindlichen Regelungen z.B. zur Haltung von Puten oder Rindern: "erlaubt" ist, was Profit bringt. Profitable Nutztierhaltung und ein tatsächlich artgerechtes Leben der Tiere - nämlich in Freiheit - schließen sich faktisch aus. Dies gilt auch für "Bio", Öko" & Co.


Die einzige Hilfe, auf welche die Tiere in der Landwirtschaft hoffen können, ist die einer jeden einzelnen Verbraucherin und eines jeden einzelnen Tierfreunds, die sich den Realitäten nicht verschließen und ihre Ernährungsgewohnheiten ändern: Nicht Bio-Tod, nicht Öko-Tod sondern unversehrtes Leben ist das, was den Tieren zusteht.


Zusätzliche Recherchen und Artikel von Soylent-Network zu Biofleisch & Co:

 

 
 

Bioschwein im Biokastenstand
Bioschwein im Biokastenstand





Biokühe im Biostall
Biokühe im Biostall





Biohühner im Biostall
Biohühner im Biostall





Totes Bioferkel
Totes Bioferkel





Naturland-Hühner
Bio-Hühner, etwa 1 Jahr alt





Biokühe im Biostall
Biokühe im Biostall





Bioschweinemast
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